Independency – Unabhängigkeit

„Unabhängig zu sein“ klingt erst einmal gut, doch was ist damit gemeint? Wovon bin oder will ich unabhängig sein?

Menschen sind soziale Wesen, unabhängig voneinander können sie nicht existieren und bis auf wenige Ausnahmen wollen sie das auch nicht.

Wir leben in einer Zeit, die (scheinbar?) immer schneller und komplexer wird. Wer nicht „hinten runterfallen“ will, muss sich anpassen und die Regeln von Effektivität und Verwertbarkeit in Fleisch und Blut übergehen lassen. Ist das wirklich so? Müssen wir das alles mitmachen, nur weil es der überwiegende Teil unserer Mitmenschen so macht? Wäre es nicht sinnvoller, Wege zu suchen, das Hamsterrad zu verlassen und anderen Menschen Wege zu zeigen, wie sie sich behaupten können, unabhängig vom Zeitgeist?

Als soziale Wesen ist es uns wichtig, was andere über uns denken. Gern wollen wir dazugehören, Teil einer größeren Gruppe sein. Doch dabei bleiben wir immer Individuen, die eigene Entscheidungen treffen müssen, denn wir ganz allein haben die Verantwortung für unser Leben. Der Weg, den die Gruppe geht, muss nicht der richtige sein. Jede/r Einzelne sollte sich soweit seine Unabhängigkeit bewahren, scheinbar Wahres oder Feststehendes immer wieder in Frage zu stellen, nach seinen eigenen moralischen Werten zu entscheiden.

Der englischen Philosoph Francis Bacon formulierte „(For) knowledge (itself) is power“ – woraus sich in deutschen Sprachraum das geflügelte Wort „Wissen ist Macht“ entwickelte. Nicht allein, dass exklusives Wissen die Macht begründet; denken wir an die Priester in längst vergangenen Zeiten, die mit ihren Vorhersagen von Mond- oder Sonnenfinsternis das einfache Volk beeindruckten. Die Mächtigen nutzen das Wissen, um ihre Macht zu erhalten. Gerade in unserer medialen Gesellschaft lässt sich gut sehen, wie wir immer wieder mit Nebensächlichkeiten beschäftigt werden, damit wir nicht die entscheidenden Fragen stellen. Unabhängigkeit bedeutet hier, die wichtigen Themen nicht aus den Augen zu verlieren.

Wir leben in einer extrem arbeitsteiligen Gesellschaft, unabhängig von anderen können wir kaum existieren.

So sehr es sicher notwendig ist, dass unsere Gesellschaft heute arbeitsteilig ist, so traurig und vielleicht auch gefährlich ist es, dass viele Menschen kaum noch dazu in der Lage sind, einfachste Dinge zu tun, die unsere Großeltern noch beherrscht haben. Es ist sinnvoll, hier wieder ein wenig mehr Unabhängigkeit zu erlangen, dafür zu sorgen, dass altes Wissen nicht verloren geht, dass man selbst in der Lage ist, Dinge zu tun, die sinnvoll und notwendig sind.

Wir leben in einer hochtechnisierten Welt und sind in vielen Bereichen darauf angewiesen, dass diese Technik funktioniert.

Es gibt zahllose Szenarien (z.B. Marc Elsbergs Roman „Blackout“), was passiert, wenn uns unsere Technik im Stich lässt, wenn unsere Gesellschaft kollabiert. Ein Thema, dem sich insbesondere die Survivalists, die „Überlebenskünstler“ angenommen haben, die sich auf die Zeit nach dem Zusammenbruch vorbereiten. Hoffen wir, dass es nicht soweit kommt. Doch auch wenn man nicht so schwarz sieht, eine gewisse Unabhängigkeit von der Technik und das Wissen, wie man ohne sie zurecht kommt, ist unbedingt ratsam.

Unabhängigkeit und Anspruch

Unabhängigkeit ist ein großer Begriff und ob wir den Anspruch erfüllen können, den wir uns selbst stellen, ist fraglich. Wie wohl die meisten Menschen auf dieser Welt sind wir in zahllose Beziehungen verstrickt, die soziale Kontrolle auf uns ausüben, meist sind wir nicht so mutig und unabhängig, wie wir es gern wären. Wie die meisten Menschen reiben wir uns im Alltag auf und verlieren immer wieder das große Ganze aus den Augen. Aufgeben ist aber keine Option.

Die Idee zu dieser Seite, mit deren „Befüllung“ wir uns auch weiterhin schwer tun werden, entstand aus einem unguten Gefühl heraus. So wie sich unser Leben im „Westen“ heutzutage darstellt, ist es weit entfernt davon, „gut“ zu sein. Richtig, wir leben in einem materiellen Wohlstand, der kaum Wünsche offen lässt, doch welchen Preis zahlen wir dafür? Und welchen Preis zahlen erst die Menschen, die für wenig Geld unter zum Teil katastrophalen Umständen die Produkte herstellen, die uns „glücklich“ machen sollen?

Ist noch ein Leben denkbar, abseits von sinnentleertem Konsumismus und einem immer höher-schneller-weiter? Ein Leben ohne Angst vor tausenden realen und eingebildeten Gefahren? Eine Gesellschaft, in der alle Menschen die Chance haben, glücklich und zufrieden zu leben und nicht eine kleine Elite die Strippen zieht? Wir hoffen doch!

Die vier Elemente

Feuer, Wasser, Erde, Luft: Was nach Esoterik klingt wurde von uns nur verwendet, um überhaupt eine Einteilung für die verschiedenen Themen zu finden, die uns interessieren. Irgendein Modell zur Erklärung der Welt braucht der Mensch, doch welches?
Beide sind wir in der DDR geboren und (nahezu) ohne Religion aufgewachsen. Die sozialistische Erziehung war atheistisch und wissenschaftsorientiert und bei dieser Einstellung sind wir im Wesentlichen geblieben. Beide haben wir zudem Chemie studiert, ein weiterer Baustein für ein fest gefügtes wissenschaftliches Weltbild.
Das schließt allerdings nicht aus, dass wir bestimmten Entwicklungen und Erkenntnissen kritisch gegenüber stehen, so lehnen wir z.B. Atomkraft oder Gentechnik in der Landwirtschaft ab (zwei komplexe Themen, die an anderer Stelle erläutert werden sollen), und wir sind uns bewusst, dass die Theorie von heute morgen schon widerlegt sein kann. Wir sind uns klar darüber, dass mit dem heutigen Wissensstand nicht alles erklärt werden kann, was um uns herum geschieht und manches mit unserer Logik vielleicht auch nie zu verstehen sein wird. Auch wenn wir nicht an einen Gott oder Götter glauben, so ist Spiritualität kein Fremdwort für uns. Wir sehen uns als einen Teil eines größeren Ganzen. Wie man das nennt, ist eigentlich unwichtig.

Ein anderer Grund für die Einteilung in vier Elemente ist unsere Überzeugung, dass unsere Vorfahren nicht so dumm waren, wie heute manche glauben. Sicher; ihnen fehlten oftmals messbare Ergebnisse und die Theorien, diese zu deuten, trotzdem waren sie in der Lage, ihr Leben sinnvoll zu gestalten und Dinge zu schaffen, die uns noch heute in Erstaunen versetzen. Modelle, wie das der vier Elemente, existier(t)en in vielen Kulturen und Zeiten und so ist davon auszugehen, dass ein Stück Wahrheit darin steckt.
Wer dies als „Esoterik“ abtun will, der soll dies tun. Es ist sein gutes Recht.

Ein Gedanke zu „Independency – Unabhängigkeit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.